Eine Multimedia Story von Verena Kienast u. Johannes Gläser

Bis heute ist der Olympiapark eines der beliebtesten Ausflugsziele in München. Mit ihm wollte sich die Bundesrepublik bei den Spielen 1972 als friedvoller Gastgeber präsentieren. Umso größer war der Schock, als Terroristen elf israelische Sportler ermordeten. Ein Rundgang durch den Park blickt auf diese denkwürdigen Spiele zurück und zeigt auch unbekannte Ecken.

Olympiastadion

Mit seiner unverkennbaren Dachkonstruktion errichtete der Architekt Frei Otto ein Stadion, das auch nach fast 50 Jahren beeindruckt. Das Olympiastadion fügt sich fließend in den Park ein und ist von außen einsehbar. In seiner Geschichte erlebte das Stadion das Finale der Fußball-WM 1974 und unzählige Titel des FC Bayern.

Schwimmhalle

Der Superstar der Münchner Spiele war der 22-jährige Schwimmer Mark Spitz. In der Olympia-Schwimmhalle sicherte er sich sieben Goldmedaillen für die USA. Den Gesamtsieg konnte allerdings die Sowjetunion verbuchen mit 99 Goldmedaillen, vor den USA. Die Bundesrepublik landete hinter der DDR auf einem guten vierten Rang.

Olympisches Dorf

Viele Touristen rätseln, was es mit den Rohren auf sich hat, die durch das Olympische Dorf führen. Die Architekten haben sich nämlich ein besonderes Orientierungssystem überlegt. Zum Beispiel weist das blaue Rohr den Weg zur Connolly- und das orangene den Weg zur Straßbergerstraße. Wer den Farbcode seiner Straße kennt, findet den Weg nach Hause.

Olympisches Dorf Studenten Bungalows

Seit 1972 wohnen im ehemaligen Olympischen Frauendorf 1972 im Hochhaus und den Bungalows Studierende. Die Bungalows wurden in den Jahren 2007 bis 2009 neu aufgebaut. Im Herbst 2009 wurden sie erneut von den Studierenden in „Besitz genommen“. Den Studierenden steht frei, die Fassade ihres Bungalows selbst zu gestalten.

Gedenkorte an das Olympia-Attentat 1972

Connollystraße 31

Am 5. September beendeten palästinensische Terroristen den Traum von den friedlichen Spielen. Unbemerkt drangen die Terroristen in das Appartement der israelischen Ringer in der Connollystraße 31 ein. Zwei Geiseln wurden hier ermordet, die anderen starben bei einer missglückten Befreiungsaktion auf dem Flugplatz Fürstenfeldbruck.

Die Spiele wurden erst nach dem Protest zahlreicher Sportler unterbrochen. Schließlich setzte der IOC-Präsident die Spiele mit den Worten „The Games must go on!“ fort. Heute erinnert eine Gedenkstätte an die ermordeten Athleten und erzählt ihre Lebensgeschichten.  

Erinnerungsort Olympia-Attentat

Geheimtipps

Ost-West-Friedenskirche

Wer aufmerksam im südlichen Teil des Olympiaparks spazieren geht, entdeckt vielleicht das ein oder andere Schild, das zur „Ost-West Friedenskirche“ führt. Auch bekannt als Kirche von Väterchen Timofej, findet man dort eine kleine Kapelle. Sie wurde 1952 vom russischen Eremiten Timofei Wassiljewitsch Prochorow und dessen Frau Natascha ohne Baugenehmigung direkt neben ihrer ebenfalls selbst errichteten Wohnhütte erbaut.

Bahnhof Olympiastadion

Der ehemalige Bahnhof München Olympiastadion für die Olympischen Sommerspiele 1972 gebaut, um für die großen Besucherströme die U-Bahn zu entlasten und mit der S-Bahn ein zweites leistungsfähiges Transportmittel zum Olympiagelände zur Verfügung zu stellen. Er wurde 1988 endgültig stillgelegt und ist seitdem als Geisterbahnhof dem Verfall preisgegeben. Als Teil des Ensembles „Olympiapark“ steht der Bahnhof unter Denkmalschutz.

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