Julian Joppig, den wir in München in seinem Homestudio treffen, ist die Hälfte des Komponisten-Duos Bina & Ju. Bina und Ju produzieren Musik für Bilder, Spots und Filme. Julian hat uns erzählt, wie heute Musik gemacht wird und was ihn an Musik begeistert.

Julian Joppig im Interview

Musik ist die schönste Sprache der Welt.

Julian Joppig

Komponieren 2021

Julian drückt eine „Klaviertaste“ am MIDI-Keyboard – aber statt Klavier ertönt eine Violine oder ein Schlagzeug oder eine Gitarre. Dann bewegt Julian Regler, dreht Knöpfe und moduliert oder pitcht mit Drehrädern Tonspuren. Er fügt weitere Tonspuren hinzu – mal Trommeln, mal Cello, mal Blasinstrumente – und integriert elektronische Sounds, die er beispielsweise über einen Synthesizer integriert.

Nach und nach komponiert er so sein Stück – bis ein Werk erklingt, das sich so anhört, als sei es von einem ganzen Orchester eingespielt worden. Entstanden ist es jedoch mit einem MIDI-Keyboard, das virtuelle Instrumente steuert, die Julian aus verschiedenen Datenbanken implementieren kann.

Musik ist alles für mich!

Julian Joppig

MIDI steht für Musical Instrument Digital Interface und ist eine digitale Schnittstelle, also ein Steuerelement. Mit MIDI selbst können keine Klänge erzeugt werden. Es werden damit elektronische Musikgeräte beziehungsweise virtuelle Instrumente gesteuert. MIDI regelt also, wie Informationen – konkret Töne – zwischen zwei Stellen ausgetauscht werden.

In der Praxis funktioniert dies so:

Geschichte der Komposition

Die Musikproduktion und -komposition hat sich enorm verändert – vor allem aufgrund der technischen Möglichkeiten. Im 18. Jahrhundert markierte die Drehorgel den Anfang der Musikproduktion, 1884 und 1887 wurden Schallplatte und Grammophon erfunden und 1899 das erste Tonband. Geräusche aufzunehmen und zu reproduzieren wurde allerdings erst Mitte/Ende des 19. Jahrhunderts wesentlich einfacher – beispielsweise mit Stereophonie (Schallaufnahme und Wiedergabe) und dem Mehrspurrecorder. Bedeutende Meilensteine waren außerdem Kompaktkassetten (1963), Mischpulte und Equalizer (1960- und 70er), Compact Discs (CDs, 1981), Digitale Mischpulte und Editing System sowie Computer beziehungsweise Laptops und Software und Plugins. In modernen Homestudios sind diese Technologien in wenigen Geräten vereint.

Tipps zum Starten

„Langen Atem haben und sich nicht entmutigen lassen“ – empfiehlt Julian Neueinsteigerinnen und Neueinsteigern. Es gibt viele Wege Musik zu machen, sei es in einer Band oder als Solokünstlerin beziehungsweise als Solokünstler. Herzblut und Leidenschaft für die Musik sind Grundvoraussetzungen – und Übung, Übung, Übung.

Ein Projekt von Melanie Probandt und Stefanie Paprotka. Vielen Dank an Julian Joppig.

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