Von Lisa, Christine, Laura

Fleisch ist beliebt, vor allem in Deutschland. Dennoch sinkt der Fleischkonsum in Deutschland seit einigen Jahren. Laut Umweltbundesamt war der Pro-Kopf-Verzehr von Fleisch in Deutschland im Jahr 2020 sogar so niedrig wie noch nie seit Beginn der Berechnung 1989. Im Schnitt lag er bei 57,3 Kilogramm pro Person (2020). Zum Vergleich: Zehn Jahre zuvor verspeisten die Deutschen noch 62,4 Kilogramm pro Kopf.

Fleisch hat ein Umweltproblem

Dass der jährliche Fleischkonsum in Deutschland sinkt, freut vor allem die Umwelt. Denn je mehr Fleisch wir zu uns nehmen, desto mehr Probleme verschaffen wir damit unserer Natur. So werden zum Beispiel für die Fleischproduktion Tiere in Massen gehalten, unter anderem Kühe. Wiederkäuer wie diese setzen beim Verdauen reichlich Methan frei. Oder, was es wohl eher auf den Punkt trifft, sie rülpsen und pupsen es in die Atmosphäre. Dadurch macht sich eine Kuh spätestens alle drei Minuten etwas „Luft“ – wodurch im Jahresdurchschnitt über 100 Kilogramm Methan entstehen. Das ist in etwa so klimaschädlich wie der CO2-Ausstoß, der bei 18.000 gefahrenen Autokilometern entsteht.

Neu! Im Kühlregal

Wer aufmerksam durch die Supermärkte streift, bemerkt schnell, dass sich das Sortiment im Kühlregal über die Jahre hinweg verändert hat: Wo einst Weißwurst und Salami die Kühltheken füllten, ergänzen zunehmend vegetarische und vegane (Ersatz-)Produkte das Sortiment. Als Basis für die Veggie oder Vegan-Varianten dienen dabei meistens Soja, Weizen- oder Erbsen – was auch Allergiker:innen eine kleine Auswahl beschert. Und: Die Klimabilanz fällt in allen drei Fällen um einiges positiver aus! Einer Studie des Umweltbundesamts zufolge hat die Produktion von pflanzlichen Fleischersatzprodukten im Vergleich zu Rindfleisch einen vielfach geringeren Wasser- und Flächverbrauch und stößt nur bis zu ein Zehntel der Treibhausgase aus, die durch die Massentierhaltung und Verarbeitung von Rindfleisch entstehen.

Aber was ist mit den Arbeitsplätzen?

Trotz all der Vorteile, die weniger Fleischkonsum vielleicht für Natur und Umwelt hat, sichert die Fleischproduktion auch Arbeitsplätze – von Schlachtern, über Arbeitende im Gewerbe, bis hin zu den Metzgern. Was denkt also jemand, dessen Existenz vom Fleischkonsum abhängt über den Trend weniger Fleisch zu essen? Wir haben den Metzger Sylvio Weindinger aus München befragt, der bereits seit 25 Jahren seine Metzgerei im Westend betreibt. Er teilt mit uns, welche Veränderungen er im Kaufverhalten seiner Kund:innen im Lauf der Jahre beobachtet hat:

Ein klarer Trend zu Fertigprodukten lässt sich ausmachen, so Weindinger – vor allem bei jüngeren Leuten. Seine Prognose: Es wird weiter einen Rückgang beim Fleischkonsum geben, aber die Menschen werden nie ganz aufhören Fleisch zu essen.

Wie viel fleisch essen wir (in Zukunft)?

Bereits heute merken wir, dass eine große Auswahl an Fleisch und Fleischersatzprodukten mehr Abwechslung bei der Ernährung möglich macht. Vegetarisch oder vegan zu leben ist inzwischen keine Seltenheit mehr. Dennoch möchten viele Menschen nicht (ganz) auf Fleisch verzichten. Wir waren in Münchens Straßen unterwegs und haben uns umgehört: Welche Rolle spielt Fleisch noch im Speiseplan der Münchnerinnen und Münchner?

Eins fällt dabei besonders auf: Das Verhältnis zu Fleisch ist durchaus verschieden. Fast möchte man sagen: durchwachsen. Einige der von uns Befragten reduzieren ihren Fleischkonsum beispielsweise auf nur wenige Tage pro Woche, so etwa Paul. Andere wiederum bevorzugen „weißes Fleisch“ gegenüber „rotem“ oder essen ausschließlich nach religiösen Regeln geschlachtete Tiere, wie Canar beschreibt.

Flexitarisch zu leben – also hin und wieder Fleisch zu essen, aber sich ansonsten pflanzlich zu ernähren – scheint dahingehend eine Ernährungsweise zu sein, die von mehr und mehr Menschen gelebt wird. Dafür sprechen viele Gründe: Für Celine etwa spielen Umweltaspekte eine große Rolle bei ihrer Entscheidung sich flexitarisch zu ernähren. Dagegen ist weniger Tierleid einer der Hauptgründe für Verena, vegan zu leben und komplett auf tierische Produkte zu verzichten.

Welche Zukunft hat Fleisch?

Jede:r von uns kann den eigenen Konsum hinterfragen, auch beim Fleisch. Vielleicht muss es nicht jeden Tag Fleisch sein und wenn, dann zumindest vom Metzgereifachgeschät nebenan, statt vom Discounter. Vielleicht geht es für den einen oder die andere sogar ganz ohne Fleisch – was im Ganzen enorm positive Auswirkungen auf die Umwelt hätte. Vom Tierwohl ganz zu schweigen. Doch eins ist klar: Beim Thema Fleisch gibt es viele unterschiedliche Ansichten. Was sich aber erahnen lässt: Fleisch wird so schnell nicht vom Speiseplan der Nation verschwinden. Zumindest nicht ganz.

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